LONDON

AN URBAN PORTRAIT

2008, während meines Studiums an der Musikhochschule Münster, bestand eine Semesteraufgabe im Fach Musikproduktion darin, Musik zu einem eigenen Film zu entwickeln. Da mir London schon immer viel bedeutete, war für mich schnell klar, dass ich dieses Projekt der Stadt widmen wollte. Zunächst entstand eine erste Rohfassung aus im Internet gefundenen Filmschnipseln, die als Grundlage für die Komposition dienen sollte: eine urbane, rhythmische Musik mit LoFi-Charakter und deutlichen Jazz-Einflüssen.

Nach Abschluss des Projekts verschwand es jedoch zunächst auf der Festplatte. Der Wunsch, daraus einmal einen fertigen Film zu machen, blieb zwar bestehen, ließ sich aber nicht verwirklichen, da mir die Rechte an dem verwendeten Bildmaterial fehlten.

2013 führte mich ein Stipendium an das Royal College of Music nach London. Schon damals nahm ich mir vor, die Stadt mit der eigenen Kamera einzufangen und dem Projekt auf diese Weise neues, eigenes Bildmaterial zu geben. Doch zu dieser Zeit fehlte mir noch die praktische Erfahrung im Filmbereich, sodass auch dieser Plan zunächst Zukunftsmusik blieb.

Erst viele Jahre später, bei einem erneuten Aufenthalt in London im Jahr 2023, waren die Voraussetzungen schließlich gegeben: das passende Equipment, die technische Erfahrung und ein klarer Blick auf das, was dieses Projekt sein sollte. Ich filmte tagsüber und nachts, bei Sonne, Wind und Regen, und sammelte dabei so viel Material, dass sich im Anschluss eine neue Herausforderung stellte: aus der Fülle der Aufnahmen die richtige Auswahl zu treffen. Bis das Projekt schließlich in seiner endgültigen Form fertiggestellt war, verging noch einmal rund ein Jahr.

So wurde aus einer studentischen Aufgabe ein Langzeitprojekt, das mich über mehr als anderthalb Jahrzehnte begleitet hat. Dass ein erster Impuls aus dem Jahr 2008 erst 2024 zu einem fertigen Film werden würde, hätte ich mir damals kaum vorstellen können.