VARIATIONS SÉRIEUSES
VARIATIONS
SÉRIEUSES
NIKOLAY MEDVEDEV
–
Konzertfilm aus dem Palais Lichtenau
NIKOLAY MEDVEDEV
–
Konzertfilm
aus dem
Palais Lichtenau
Felix Mendelssohn Bartholdys Variations sérieuses, op. 54, entstanden im Frühjahr 1841 als Beitrag zu einer Spendeninitiative für das Beethoven-Denkmal in Bonn. Für das sogenannte Beethoven-Album wurden mehrere Komponisten gebeten, ein Werk zur Finanzierung des Denkmals beizusteuern. Mendelssohn, der Beethoven sehr verehrte, nahm die Einladung an und vollendete seine Komposition am 4. Juni 1841.
Statt eines gefälligen Salonstücks schrieb Mendelssohn ein konzentriertes, formal dicht gearbeitetes Variationswerk. Schon der Titel verweist auf den Anspruch, sich von den damals beliebten virtuosen Bravourvariationen abzugrenzen. Auf ein ernstes Thema in d-Moll folgen siebzehn Variationen, die lyrische Zurücknahme, kontrapunktische Strenge und pianistische Virtuosität miteinander verbinden. Das Werk zählt heute zu Mendelssohns bedeutendsten Kompositionen für Klavier solo.
Die Aufnahme entstand im Palais Lichtenau in Potsdam mit Nikolay Medvedev am Klavier. Der historische Raum, die Nähe zum Instrument und die klare visuelle Konzentration auf den Interpreten bilden den Rahmen für eine Produktion, die musikalische Struktur, Klang und pianistische Präsenz gleichermaßen sichtbar machen möchte.
Nikolay Medvedev, Klavier
Der in Berlin lebende Pianist Nikolay Medvedev verbindet die Tradition der russischen Klavierschule mit struktureller Klarheit, klanglicher Differenzierung und technischer Souveränität. Sein Repertoire umfasst zentrale Werke der russischen und westlichen Romantik, darunter Kompositionen von Rachmaninow, Liszt, Brahms, Tschaikowsky, Schumann und Mendelssohn, ergänzt durch Musik von Bach, Haydn und Nikolai Kapustin. Gerade Kapustins Verbindung von klassischer Form, Jazzidiom und rhythmischer Präzision bildet einen wiederkehrenden Schwerpunkt in Medvedevs Programmen.
Medvedev wurde 1986 geboren und studierte am Rimsky-Korsakov Music College in Krasnodar sowie an der Gnessin Russian Academy of Music in Moskau bei Tatiana Zelikman. Weitere künstlerische Impulse erhielt er unter anderem von Nikolai Petrov, Dmitry Bashkirov und Vladimir Tropp. Er ist Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe, darunter des Horowitz Competition, des Campillos International Piano Competition und der Vera Lotar-Schewtschenko Competition; zudem war er Semifinalist beim Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb.
Von 2014 bis 2022 unterrichtete Medvedev an der Gnessin Russian Academy of Music Solo-Klavier und Kammermusik. Seit seinem Umzug nach Berlin im Jahr 2022 ist er verstärkt auf europäischen und internationalen Konzertpodien präsent, unter anderem im Konzerthaus Berlin, im Brucknerhaus Linz, beim Palermo Piano Festival, beim Rachmaninov Piano Festival in Kolumbien und bei der Bogota Philharmonic.
Nikolay Medvedev wird von Gunnar Management Ltd. vertreten. Im Juni 2026 erscheint sein Album Fusions bei SOMM Recordings mit Werken von Nikolai Kapustin und Gershwin/Wild.
Palais Lichtenau
Das Palais Lichtenau wurde in den Jahren 1796 bis 1797 unter König Friedrich Wilhelm II. in
unmittelbarer Nähe des Neuen Gartens in Potsdam errichtet. Der klassizistische Bau entstand in
einer Phase architektonischen Wandels, in der sich in Preußen eine neue, an internationalen
Vorbildern orientierte Formensprache durchzusetzen begann. Mit seiner klar gegliederten
Fassade, den ausgewogenen Proportionen und dem markanten Mansarddach gilt das Gebäude
als eines der bedeutenden erhaltenen Beispiele frühklassizistischer Architektur in Deutschland.
Die Urheberschaft des Entwurfs wird bis heute zwischen den Architekten Michael Philipp
Boumann und Carl Gotthard Langhans diskutiert.
Entgegen der Überlieferung und der späteren Namensgebung war das Palais vermutlich weder als
Wohnsitz der Gräfin Wilhelmine von Lichtenau bestimmt noch dauerhaft von ihr bewohnt.
Vielmehr entstand es als repräsentativer Bau im Umfeld des königlichen Hofes. Seine Lage am
südlichen Rand des Neuen Gartens verlieh dem Gebäude zugleich eine besondere Funktion: Vom
Marmorpalais aus betrachtet erschien es als architektonischer Blickpunkt, der die landschaftliche
Inszenierung der Umgebung ergänzte und den Charakter eines vornehmen Landsitzes vermittelte.
Das Palais dokumentiert damit nicht nur eine kunsthistorisch bedeutsame Bauphase, sondern auch
die kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen um 1800. Es steht exemplarisch für den
Übergang von der höfisch geprägten Architektur des 18. Jahrhunderts zu einer neuen
klassizistischen Klarheit, die stärker von Proportion, Maß und Zurückhaltung geprägt ist.
Weitere Informationen: palaislichtenau.de